Der RE um 5:12 leert sich in Züssow, dann rollt die Bäderbahn weiter. Dunkel, salzig, still. Am Seesteg öffnet sich ein schmaler Streifen Helligkeit, Fischer knoten Netze, jemand schenkt Kaffee aus der Thermoskanne. Minuten später brennt der Horizont, und alle atmen gleichzeitig aus.
Auf einem Bankerl erzählt ein Mann vom Wasserstand, der einmal die Stufen verschluckte. Plötzlich verstehst du Warnschilder, Markierungen und Respekt. Du bleibst hinter Zäunen, setzt Füße achtsam, brichst rechtzeitig ab, wenn das Wetter kippt, und dankst innerlich jeder Laterne, die den Weg zeigt.
Wer morgens kurz ins Wasser geht, spürt Klarheit, doch hinterlässt idealerweise nichts außer nassen Haaren. Kein Shampoo, keine Seife, kein Müll. Wärm dich im Windschatten, sammle verstreute Plastikstückchen ein und teil ein Lächeln mit jemandem, der ebenfalls früh aufgestanden ist.
All Rights Reserved.